Ligier Leichtkraftfahrzeuge gebraucht kaufen: Das müssen Sie wissen

Wer einen gebrauchten Ligier kaufen will, sucht meist ein vierrädriges Leichtkraftfahrzeug, umgangssprachlich „Mopedauto“. Welche Fahrerlaubnis gilt, hängt unter anderem von der Fahrzeugklasse und den Papieren ab. Achten Sie auch auf den technischen Zustand, belegte Wartungen und eine Fachwerkstatt in erreichbarer Nähe.

Ligiers Geschichte ist mit dem Motorsport verbunden; später baute das Unternehmen Mopedautos. Das sagt nichts über die Wartung eines Gebrauchtwagens aus. Prüfen Sie jedes Angebot einzeln und verlassen Sie sich nicht auf Modellnamen oder Werbeangaben.

Vom Motorsport zum Mopedauto

Guy Ligier war Rennfahrer und gründete 1976 ein Formel-1-Team. 1980 stieg das Unternehmen in den Bau von Mopedautos ein. Aus dieser Geschichte lässt sich keine direkte technische Abstammung heutiger Leichtfahrzeuge von Ligiers Rennwagen ableiten.

Beim Gebrauchtkauf hilft die Geschichte daher wenig dabei, den Zustand einzuschätzen. Wichtiger ist, ob die Angaben zum Fahrzeug mit den Papieren übereinstimmen und ob Wartungen und Reparaturen dokumentiert sind.

Fahrerlaubnis und Fahrzeugklasse

Viele Ligier-Mopedautos gehören zur Klasse L6e. Ligier beschreibt seine aktuellen L6e-Fahrzeuge als auf höchstens 45 km/h ausgelegt. In Deutschland umfasst die Fahrerlaubnisklasse AM leichte vierrädrige Kraftfahrzeuge der Klasse L6e. Die Fahrerlaubnis AM können Sie ab 15 Jahren erwerben. Auch die Klasse B schließt AM ein.

Diese Regeln gelten nicht automatisch für jedes Fahrzeug, das in einer Anzeige „Mopedauto“ oder „Leichtfahrzeug“ heißt. Für andere Fahrzeugklassen, etwa L7e, gelten abweichende technische Vorgaben und Fahrerlaubnisregeln. Verlassen Sie sich deshalb auf die Fahrzeugpapiere und nicht allein auf den Modellnamen oder die Beschreibung im Inserat. Stimmen Angaben zu Leistung oder Höchstgeschwindigkeit nicht mit der genannten Klasse zusammen, lassen Sie die Abweichung vor dem Kauf klären.

Unterlagen vorab anfordern

Bitten Sie den Verkäufer vor der Besichtigung um die Fahrzeugpapiere, Angaben zur Erstzulassung und zum Kilometerstand sowie um Wartungs- und Reparaturbelege. Erfragen Sie auch, ob das Fahrzeug Unfallschäden hatte und wie viele Vorbesitzer es gab. Prüfen Sie die Fahrzeug-Identifizierungsnummer in den Papieren und vergleichen Sie sie mit der Nummer am Fahrzeug.

Bei einem Elektro-Ligier sollten Sie nach dem Alter und dem dokumentierten Zustand der Batterie für den Antrieb fragen. Lassen Sie sich auch zeigen, welches Ladezubehör mitverkauft wird. Der Modellname allein verrät nicht, wie leistungsfähig die Batterie eines gebrauchten Fahrzeugs noch ist.

Für die erste Kontaktaufnahme genügt eine kurze Liste:

  • genaue Fahrzeugklasse und Modellvariante
  • Kilometerstand und Erstzulassung
  • Betriebserlaubnis oder Übereinstimmungsbescheinigung (CoC)
  • Wartungsnachweise und Angaben zu Schäden
  • bei Elektrofahrzeugen: Informationen zur Batterie und zum Ladezubehör

Ob die Übereinstimmungsbescheinigung im konkreten Fall vorliegt und welche weiteren Papiere dazugehören, sollte der Verkäufer anhand des Fahrzeugs klären können.

Karosserie und Technik prüfen

Sehen Sie sich die Karosserie, Scheiben, Beleuchtung und Reifen bei Tageslicht an. Achten Sie auf sichtbare Schäden und darauf, ob sich der Zustand mit den Angaben des Verkäufers deckt. Prüfen Sie beim Starten und Anfahren, ob Warnanzeigen erscheinen oder ungewöhnliche Geräusche auftreten.

Bei einer Probefahrt sollten Bremsen und Lenkung einwandfrei funktionieren. Fahren Sie auf einer geeigneten Strecke und achten Sie darauf, ob das Fahrzeug gleichmäßig beschleunigt und sich gut lenken lässt. Die genaue Höchstgeschwindigkeit hängt von der Fahrzeugklasse ab; vergleichen Sie das Fahrverhalten daher mit den Fahrzeugpapieren und nicht mit Erwartungen an einen gewöhnlichen Pkw.

Ein fehlender HU-Bericht ist bei den von Ligier beschriebenen 45-km/h-Mopedautos der Klasse L6e nicht automatisch ein Warnsignal: Für diese Fahrzeuge ist nach Ligiers Angaben keine regelmäßige Hauptuntersuchung vorgeschrieben. Das sagt jedoch nichts über den Zustand des Gebrauchtwagens aus. Ligier weist zugleich darauf hin, dass Halter für die Verkehrssicherheit verantwortlich sind. Wartungsbelege, Besichtigung und Probefahrt bleiben deshalb wichtig.

Werkstatt, Wartung und Garantie

Klären Sie vor dem Kauf, ob es eine Werkstatt für Ligier-Leichtfahrzeuge in Ihrer Nähe gibt. Ligier empfiehlt spezialisierte Servicepartner. Zur Wartung gehören laut Ligier unter anderem Bremsen, Reifen, Filter und weitere Fahrzeugteile. Fragen Sie die Werkstatt, ob sie Ihr Modell betreut und Ersatzteile beschaffen kann.

Eine Herstellergarantie gilt nicht automatisch für jedes gebrauchte Fahrzeug. Ligier nennt für seine Fahrzeuge eine zweijährige Herstellergarantie, deren Leistungen an Bedingungen wie eine vorschriftsgemäße Wartung geknüpft sind. Verschleißteile wie Reifen, Antriebsriemen und Bremsscheiben sind grundsätzlich ausgenommen. Lassen Sie sich für das konkrete Fahrzeug schriftlich bestätigen, ob noch Garantie besteht, welche Bedingungen gelten und ob eine Übertragung auf den nächsten Eigentümer möglich ist.

Angebotspreise richtig einordnen

Einzelne Inserate zeigen nur die aktuell angebotenen Fahrzeuge. Daraus lässt sich keine verlässliche Preisspanne für alle Modelle und Zustände ableiten. Preise und Angebote ändern sich laufend.

Vergleichen Sie Angebote mit ähnlicher Erstzulassung, Laufleistung, Ausstattung und Antriebsart. Ein günstiger Kaufpreis sagt wenig über den Zustand aus, wenn Wartungsnachweise fehlen oder eine teure Reparatur ansteht. Bei einem Elektrofahrzeug sollte die Batterie in die Bewertung einfließen; bei jedem Modell zählen außerdem der Zustand der Reifen und Bremsen sowie die nachgewiesenen Reparaturen.