Gebrauchtwagen-Probefahrt vorbereiten

Bei einer Probefahrt merken Sie, ob der Gebrauchtwagen in Ihren Alltag passt und wie er fährt. Notieren Sie vorher Ihre Fragen und planen Sie eine passende Strecke. Die Regeln für die Fahrt klären Sie mit dem Verkäufer.

Bringen Sie einen gültigen Führerschein und Ihren Personalausweis mit. Klären Sie vor der Abfahrt, wer fahren darf, wie das Auto versichert ist und wer im Schadensfall eine mögliche Selbstbeteiligung trägt.

Bedarf und Fragen notieren

Gehen Sie das Inserat vor dem Termin noch einmal durch. Notieren Sie unklare Angaben zu Zustand, Ausstattung oder bisher bekannten Schäden und fragen Sie den Verkäufer danach. Ein Ausdruck oder eine gespeicherte Kopie des Inserats hilft, die angebotene Ausstattung vor Ort mit dem Auto abzugleichen.

Überlegen Sie auch, wofür Sie den Wagen nutzen: Wie viele Personen fahren regelmäßig mit? Passt das Gepäck in den Kofferraum? Brauchen Sie bestimmte Kindersitze oder transportieren Sie regelmäßig sperrige Gegenstände? Nehmen Sie typische Alltagsgegenstände mit, wenn Sie Platz und Passform praktisch prüfen möchten.

Bitten Sie den Verkäufer, das Auto vor Ihrem Termin nicht warmzufahren. Ein Kaltstart zeigt, wie der Motor nach längerer Standzeit anspringt. Ist die Motorhaube bereits warm, fragen Sie nach, wann und warum der Wagen zuvor gefahren wurde.

Unterlagen und Begleitung mitnehmen

Packen Sie Führerschein, Personalausweis und eine kurze Notiz mit Ihren Prüfpunkten ein. Eine Begleitperson kann während der Fahrt Notizen machen. Als Mitfahrer kann sie außerdem Platzangebot und Sicht beurteilen und den Sitzkomfort einschätzen. Wenn Sie wenig Erfahrung mit Gebrauchtwagen haben, hilft eine fachkundige Begleitperson.

Für die Probefahrt sollten Sie außerdem genug Zeit einplanen. Als Dauer werden etwa 30 bis 45 Minuten oder mehrere Stunden empfohlen. Eine allgemein verbindliche Mindestdauer gibt es nicht. Vereinbaren Sie deshalb vorab die Dauer und den Kilometerumfang. Eine sehr kurze Fahrt reicht kaum, um das Auto in verschiedenen Situationen zu prüfen.

Route und Ablauf vereinbaren

Planen Sie eine Strecke, die Ihrem Alltag möglichst nahekommt. Stadtverkehr zeigt, wie sich das Auto beim Anfahren und Rangieren verhält. Eine Landstraße bietet Gelegenheit, das Fahrverhalten bei gleichmäßiger Fahrt zu prüfen. Wenn es die Strecke und die Verkehrslage erlauben, sollte auch ein schnellerer Abschnitt dazugehören. In einer Parklücke oder engen Straße merken Sie, wie leicht sich das Auto im Alltag manövrieren lässt.

Sprechen Sie die Route vorher mit dem Verkäufer ab. Nicht jede Straße eignet sich bei jedem Termin, und die Verkehrslage setzt Grenzen. Klären Sie auch, wer die Strecke vorgibt und ob eine Begleitperson fahren darf. Lassen Sie sich vor dem Start die wichtigsten Bedienelemente erklären, damit Sie sich während der Fahrt auf das Auto konzentrieren können.

Versicherung und Schäden klären

Bevor Sie losfahren, prüfen Sie gemeinsam mit dem Verkäufer, welche Schäden bereits vorhanden sind. Halten Sie sie schriftlich fest, zum Beispiel in einer Probefahrtvereinbarung. Vereinbaren Sie darin auch, wann und wo Sie das Auto zurückgeben, wie viele Kilometer Sie fahren dürfen und wer außer Ihnen ans Steuer darf.

Fragen Sie ausdrücklich nach dem Versicherungsschutz für die Probefahrt. Erkundigen Sie sich, ob eine Selbstbeteiligung gilt und wer sie im Schadenfall bezahlt. Verlassen Sie sich nicht auf allgemeine Angaben dazu, wie Händlerfahrzeuge üblicherweise versichert sind: Entscheidend sind die Bedingungen für genau dieses Auto und Ihre Fahrt. Wenn der Verkäufer die Bedingungen nicht klar nennen oder schriftlich festhalten möchte, klären Sie alle offenen Punkte vor der Abfahrt.

Auto prüfen und zurückgeben

Fahren Sie die vereinbarte Strecke und achten Sie darauf, wie das Auto in den verschiedenen Situationen fährt. Prüfen Sie, ob Sitzposition, Übersicht und Platz für Ihre Mitfahrenden passen. Halten Sie an einem sicheren Ort an, um Auffälligkeiten zu notieren, oder bitten Sie Ihre Begleitperson, mitzuschreiben.

Nach der Rückkehr sehen Sie das Auto gemeinsam erneut an und prüfen, ob neue Schäden entstanden sind. Halten Sie auch fest, was Ihnen während der Fahrt aufgefallen ist und welche Fragen offenbleiben. Eine Probefahrt ersetzt keine umfassende technische Prüfung. Wenn Sie unsicher sind, kann eine Fachperson das Auto zusätzlich begutachten. Alternativ können Sie einen Gebrauchtwagen-Check vereinbaren.